Dienstag, 8. Januar 2013
Der Marktplatz
Auf steinernden Feld weht der bunter Wind der Gesichter.
Ein Zinngott richtet sein Auge
gegen das Haus der blauen Blätter aus Goldstaub

Männer in schwarzen Anzügen gehen stumm an Heimlosen vorbei.

Stilles Schweigen
einer anderen Welt

Paare treffen sich
Lieben sich
Trennen sich

Der ewige Kreis aus Liebe und Knochenhand
aus Bluttanz und Permafrost

Es ist das Elixier des ewigen Kommen und Gehens
auf diesen steinernden Feld

unter den Zinngott



Aufruf
Lass den Schnee aus den Himmel schweben.
Bedecke die Asche mit den Eis einer rotbebenden Stunde

Bin ich die Sonne so wogen Tulpenhaine über deinen Land der Vanitas

Doch wär ich der Mond,
so bleibst du, mein Schlaftrunk, dieser Stunde gewahr:

Der Liebe aus schwarzem Dampf



Schuld und Schuldigkeit
Drone von Tausend Zweifeln
Schwandrone von riesigen Feuervögeln
Sie vertilgen die Frucht deines Bluttakts

Und sie trinken dein Leid
und sie ernten deine Hoffnung

Du schimpfst mich den Herrn der Feuervögel

Schuld und Schuldigkeit
Die Frucht deines Bluttakts

Dein Kommen ist mein Menetekel
Dein Schoß wird meine Laubhütte
Dein Atem speist mein Regen
Dein Hoffen ist mein Leid

Wie der Sagenvogel kehre ich aus deiner Asche zurück
und trinke tausend Zweifel
aus deinen Blut

So zerschlage mich mit deinen Eisenkrallen
voller Tränen eines Lautenspiels
der besseren
der Wolkenliebe



Im Stadtwald
Kühler Hauch des Reinen.
Portal zur Ur- und Echtzeit.
Zur animalischen, animalistischen Echtheit.
Dächer aus grünen Glühen.

Tiefer Wald,
du gibst mir die Salbe aus schwereloser Freiheit
die mir im Beton- und Lärmkarussell
der Krakenstadt so oft verwährt blieb.

In deinen Bauch werde ich zum Vor-Ich,
dass sich durch die Milch deiner warmen Isoliertheit nährt,
und mit den allgegenwärtigen Atem
deiner Ymirtracht zudeckt

Diesen Momenten gehört mein letzter Tropfen.
Menschsein,
Menschbleiben,
Menschwerden!



Liebesgedicht im März
In der Muschel am Boden des Salzsees
liegt der Orkan aus geschmolzenen Silber

In unseren Blick formt sich,
aus den Magnetismus des Diesseits,
ein Strudel aus elektrischer Fleischlichkeit,
der wie ein Orkan in unser Jetzt stößt,
uns Angst einflößt,
uns ganz abstößt,

Aber tröstet er uns?
Löst er uns in uranische Momente?
Erkennt die Wiese aus Ähren den heranbrechenden Wind?

Nein.

Denn das Kind unserer Geister ist keine törichte Liebe.
Kein lächerlicher Drang
nach der Brise des physischen Verwachsens.

Nichts flaute ab, seit ich dir in die Augen glitt,
unfähig aus deren Mangrovensumpf zu entfliehen.

Wozu auch?
Deine Milch nährt mich

Ich gehe aus den Sumpf dicht über einen Steinpfad zu einer Oase.
Ich sehe die Wüste

Jetzt kenne ich die Antwort auf unsere Frage

Unsere Blicke sehnen sich nach der Unendlichkeit von Sternenhimmeln.
Wir schmiegen einander an,
weil wir ohne unsere Wärme in dieser Eiswelt erfrieren würden.

Unser Korybantentanz ist also der Durst und die Sucht
eines Glühwurmreigens
in sommernächtlichen Rosenwolken